Fußballfest in Barcelona: Am Mittwoch gab es das Rückspiel im heiß ersehnten El Clasico gegen Real Madrid. Im Camp Nuo
konnten die Madrilenen trotz starker Leistung nur ein 2:2 abliefern und geben dafür besonders dem Schiedsrichter der Partie die Schuld. Doch klar ist: Madrid ist ausgeschieden, der FC Barcelona darf in der Copa del Rey in der nächsten Runde gegen den FC Valencia antreten.
Thema Gelb/ Rot für Ramos
Nachdem, da ist man sich einig, Lassana Diarra kurz vor Ende der ersten Halbzeit die Rote Karte hätte sehen müssen, kam es in der 88. Minute doch noch zu einem Platzverweis im El Clasico. Sergio Ramos, der im Spiel bereits mit der gelben Karte verwarnt wurde, nahm aus der Sicht des Schiedsrichters bei einem Kopfballduell mit Sergio Busquets den Ellenbogen zur Hilfe und wurde dafür mit einem Platzverweis bestraft. Sergio Ramos verstand die Welt nicht mehr. Der 25-Jährige flüchtete wütend in die Kabine. Zwar äußerte er sich nach dem Clasico noch zum Spiel, verweigerte aber jeglichen Kommentar zu seinem Platzverweis. Er wolle die Szene „von Profis analysieren“ lassen. Via Twitter schrieb Ramos außerdem, dass er stolz auf Real Madrid wäre, es aber Dinge im Fußball gäbe, gegen die man nichts machen könne.
Nun kündigte Real Madrid an, Wiederspruch gegen den Platzverweis einlegen zu wollen. Ramos twitterte zugleich, er sei stolz auf sein Team und würde es sehr begrüßen, dass Mourinho und Co. dagegen angehen würden. Es handle sich um eine sichtbare Ungerechtigkeit ihm gegenüber. Der 25-Jährige habe Sergio Busquets nicht berührt, dieser spiele die Verletzung lediglich vor. Ob man mit dem Einspruch Erfolg haben wird, ist fraglich.
Kritikpunkt: Schiri Fernando Teixeira
Wie so oft im Fußball, war auch dieses mal nach Meinung der Madrilenen der Schiedsrichter am verpassten Einzug in die nächste Copa del Rey-Runde schuld. Fernando Teixeira hatte generell sicher gepfiffen, aber einige Situationen aus Sicht Real Madrids völlig falsch eingeschätzt. Neben der Roten Karte für Sergio Ramos wurde ein Tor des selbigen nach einem Ziehen gegen Dani Alves aberkannt. Auf beiden Seiten gab es in der Schlussphase des Spiels fragwürdige Szenen im Strafraum, bei denen die Entscheidung für oder gegen einen Strafstoß schwer zu treffen war. Kritik von Seiten des FC Barcelona ist natürlich eher weniger zu hören. Einzig das nichtgeahndete Foul von Diarra im Strafraum wird bemängelt. Hier hätte es die Gelbe Karte geben müssen, was für den zuvor mit Gelb verwarnten Diarra den Platzverweis bedeutet hätte.
Schiedsrichterbeleidigungen von Seiten Cassilas
Immer wieder war im hitzigen Spiel zu sehen, wie Reals Torwart Iker Cassilas emotional und aufgebracht mit Schiedsrichter Teixeira diskutierte. Nun gesteht der 30-Jährige, gegenüber dem Unparteiischen harte Worte gebraucht zu haben. „Geh mit Barca feiern!“ soll Cassilas nach Spielschluss gebrüllt haben. Die Gemüter kochten hoch und auch Cassilas ließ sich davon anstecken. In der aufgeheizten Stimmung sei es zu einigen unschönen Äußerungen seinerseits gekommen. Die gelbe Karte gegen ihn sieht er als nicht gerechtfertigt an. Er habe lediglich versucht, die Spieler auseinanderzuhalten und die aufgebrauchten Gemüter zu besänftigen. Cassilas war bei Rudelbildungen immer wieder dazwischengegangen und wollte die Diskussionen klären.
Die Personalie Mesut Özil
Die spanische Presse feierte den Deutschen einen Tag nach dem Clasico. Genial. Fantastisch, sensationell und Weltklasse waren nur einige der gebrauchten Begriffe, um die unglaubliche Leistung des 23-Jährigen darzustellen. Die Marca schrieb, Özil sei der Anführer eines neuen Reals gewesen. Özils bisher bester Clasico ließ den ebenfalls starken Kaka in den Hintergrund rücken. Beide Profis durften zusammen auflaufen. In der Liga spielt Mourinho nur sehr selten mit dieser Konstellation. Eindrucksvoll war auch Özils Lattenkracher in der 26. Minute. Beinahe hätte er Barca-Keeper Pinto überwunden, doch der Ball prallte kurz vor der Torlinie auf. In Minute 68 aber konnte Özil mit einem genialen Pass auf Cristiano Ronaldo die Vorlage zum 1:2 geben.
Verletzungspech bei Sanchez und Iniesta
Trotz des Sieges und des Einzugs in die nächste Runde der Copa del Rey, kann sich der FC Barcelona nicht so recht freuen. Grund ist die Verletzung von Stürmer Alexis Sanchez, der während des Spiels aufgrund von Schmerzen an der Schulter ausgewechselt werden musste. Sanchez wird Barca voraussichtlich zwei Wochen fehlen. Vor dem Hintergrund des Schienbeinbruchs von David Villa ist die Verletzung doppelt bitter. Für den Sturm stehen Pep Guardiola nun noch Pedro, Messi und eventuell der Weißrusse Alexandr Hleb zur Verfügung, dessen Wiedereinstellung bei Barcelona nun immer wahrscheinlicher wird. Auch der 23-Jährige Keirrison und Spaniens U21-Nationalspieler Isaac Cuenca stehen zur Verfügung. Beide sind bisher noch sehr unerfahren.
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